02.02.10

Das Fehlende entdecken

Innovationen können sich dadurch auszeichnen, dass sie das scheinbar offensichtliche Fehlende darstellen. Oder umgekehrt zeigt so manches Produkt oder Dienstleistung entscheidende Schwächen ohne das man es so einfach merkt.

Beispiel 1: Der Apple Store mit seine millionenfachen Verkäufen der Apps ist in aller Munde, aber es gibt eine große Schwäche: Software-Updates der Apps sind kostenfrei. Alternativ kann der Entwickler nur eine neue App einstellen und muß dann allerdings seine Kundschaft konvertieren.

Beispiel 2: Fast schon ein Beispiel aus der Markforschung – die Auflösung dazu am Schluss. Die Stadt Bielefeld betreibt die umsatzstärkste Radaranlage. Natürlich will die Stadt nicht Geld verdienen, sondern die Installation dient der Verkehrssischerheit. Und der Geldfluss könnte noch größer sein, weil nur in 50% das Busgeld eintreibbar ist, da mit den meisten osteuropäischen Ländern kein entsprechende Abkommen besteht. D.h. auch jeder zweite kann ungestraft zu schnell fahren, die langsamer fahrenden werden vermutlich ‘verführt’ zu schnell zu fahren. Aus Sicht eines Marktforschers sind Quoten von 50% und weniger wertlos, da man keine Mehrheiten abbildet. Es ist nicht gesichert, ob ich bei weniger als 50% Beteiligung mehrheitlich die Zufriedenen oder Unzufriedenen erreiche. D.h. in dem Radarbeispiel auch für mich, wenn ich nur 50% und weniger bestrafe, dann hat das nichts mit Verkehrssicherheit zu tun. Wer der Verkehrssischerheit dienen will, sollte mindestens 80% der Sünder erwischen und bestrafen.


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02.02.10

Frank Schirrmacher über Apples iPad

Ja, es war viel in den letzten Tagen über Apples iPad zu lesen. Besonders interessant fand ich Herrn Frank Schirrmachers Kommentar in der FAZ.

Dazu ein paar Auszüge:

Technologien sind Ideologien; und wie sehr, das kann man in all dem Bashing und Flaming im Netz studieren. Technologien, die der Kommunikation dienen und mit dem Denken fast gleichgesetzt werden, sind gewaltigere Ideologien als politische. „Nichts ist schwarz oder weiß“, sagt Steven Frank in einer brillanten Analyse des neuen Geräts, aber auch er glaubt, dass Jobs’ technologischer Gottesdienst das Ende des Desktop-Computers markieren wird.

Computer sind die Matrix fast jeder privaten und staatlichen Kommunikation der Gegenwart. Wenn, wie Nicholas Carr zu Recht mutmaßt, der Hype um den iPad mehr von neuen Kommunikationsbedürfnissen als von neuer Technologie verrät, dann erlebt man hier das Äquivalent zu einer großen Verwaltungsreform. Was Steve Jobs vorführte, war keine neue Technologie. Es war eine Reform der Bürokratie, nämlich jener verwaltungstechnischen und bürokratischen Systeme, die in Wahrheit den Kern des digitalen Zeitalters ausmachen. Jeder Prozessor organisiert Daten, erteilt Befehle, setzt Prioritäten, jedes Netzwerk verrät irgendwo noch immer, dass es ursprünglich für die Befehlssteuerung im militärischen Bereich entwickelt wurde.

Der iPad könnte eine Verwaltungsreform der digitalen Welt mit erheblichen Konsequenzen signalisieren: mit Auswirkungen nicht nur auf die Verkaufs- und Kommunikationsgewohnheiten im Netz, sondern auch auf dessen Ideologie und Metaphern, die unmittelbare Wirkung auf unser Verständnis von unserer Umwelt haben. Die vielen Informationen haben die Auskenner blind gemacht, schreibt die legendäre Blog-Cruftbox in einer „Erklärung an das Internet“: „Ihr habt Euch im iPhone getäuscht. Ihr täuscht Euch hier. Es ist eine dritte Art des Computers.“

Vereinfacht gesagt andere Firmen wie Google, Samsung und Motorola haben die besseren Technologien und Leistungswerte, nur die Masse sucht nach etwas erfüllendes, glaubhaftes, eben Status und Kult.


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